Sonnenuntergang
Tagebuch



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Meine Woche

Diese Woche war ziemlich viel los. Am Montag hat mich meine Mutter zum Einkaufen losgeschickt. Am Dienstag habe ich mich mit meiner Tante getroffen und wir haben nach Schuhen für meine Abikleider geguckt. Ein Paar habe ich sogar gefunden. Ich habe sehr schmale Füße und passende Schuhe zu finden ist immer eine heikle Angelegenheit. Mittwoch ist ein Tag, zu dem ich nicht gerne zurückblicke. Morgens hatte ich einen Termin zur Berufsberatung. Papa ist mitgekommen und der Berater hat mir wirklich weitergeholfen. Ich bin mir mit meinem Berufswunsch zwar immer noch nicht sicher, aber jetzt habe ich ein Bild vom Arbeitsmarkt. Ich möchte nicht in fünf Jahren mit einem abgeschlossenen Studium dastehen und keinen Arbeitsplatz finden. Warum ich diesen Tag trotzdem nicht mag? Nach der Beratung sind Papa und ich an die Wiese gefahren, um Musket, unser Beistellpony, einschläfern zu lassen. Er war nicht der Älteste mit seinen 21 Jahren, aber die Arthrose hat ihn zerfressen. Er konnte kaum mehr aufstehen oder laufen. Wir sind keine Tierquäler und so schwer es auch fällt, aber für Musket war es das Beste. Mir ging es richtig dreckig. Zu allem Übel durfte ich nicht trauern. Vici sollte von allem nichts erfahren, da sie am Donnerstag eine Arbeit geschrieben hat. Es fiel mir sehr schwer, mir nichts anmerken zu lassen. Luke musste derweil auf eine andere Wiese, damit er nicht alleine war. Donnerstag ist endlich alles raus gekommen. Obwohl ich mittwochs nicht weinen durfte, konnte ich mich schon damit befassen, dass Musket nicht mehr zurück kommt. Ich war Vici einen Tag voraus. Sie hat Rotz und Wasser geheult, als sie es erfahren hat. Musket war seit Jahren ihr Pflegepony und auch wenn sie ihn nicht mehr reiten konnte, so war er doch ihr großer Freund. Langsam geht es ihr zwar besser, aber sie weint immer noch sehr viel. Luke kam mit einer kleinen Stute wieder auf unsere Wiese. Leider nicht lange. Denn schon am Freitag mussten wir das Stütchen wieder abgeben, da es einige Probleme in der Herde gab, in der sie vorher war. Das bedeutete, dass Luke wieder zu anderen Pferden auf die Weide musste. Vici wollte aus allem raus, weil sie zuhause zu stark an ihren Musket erinnert wurde. Wir sind zu unseren Großeltern gefahren und haben dort den Nachmittag verbracht. Samstag, also gestern, haben wir von Bekannten ein neues Beistellpony bekommen: Heini, ein älteres Mini-Shetty. Die beiden stehen seit dem Abend wieder auf unserer Wiese. Luke musste seit Mittwoch ziemlich oft umziehen und Muskets Tod geht an ihm auch nicht spurlos vorbei. Er sucht seinen besten Freund, doch den sieht er nicht wieder. Morgens bin ich zum ersten Mal auf die Sonnenbank gegangen, um ein bisschen Farbe für den Abiball zu bekommen. Es war richtig angenehm. Heute bin ich das erste Mal wieder geritten seit das alles passiert ist. Es fühlt sich alles schon so weit weg an, nur Vici erinnert mich daran, dass es kein Traum ist und Musket auch nicht wiederkommt. Das normale Leben ist in unser Haus wieder eingekehrt, aber Musket fehlt, wo immer man hinsieht. Morgen treffe ich mich mit Coco. Vielleicht erfahre ich dann mehr über das, was zwischen ihr und Robin vorgefallen ist. Dienstag gehe ich ein zweites Mal auf die Sonnenbank. Ab Mittwoch fahre ich mit einigen Chaoten und Celina an die Lahn. Wir zelten dort und fahren Kanu. Ich freue mich darauf. Vici kommt auch mit. Ich denke, dass ihr die Ablenkung gut tun wird.
31.5.15 18:57


Update

Da ich ziemlich unzusammenhängend schreibe, hier ein Update. Punkt 1: Naya meldet sich nicht. Sie ist permanent im Urlaub (erst eine Woche Mallorca mit ihrem Freund und jetzt eine Woche Bulgarien mit unserer Stufe) und wird, wenn sie wieder da ist, nicht mehr auf die Sonnenbank müssen. Also muss ich mich um jemand anderes kümmern. Meine Tante geht regelmäßig ins Solarium und ich hatte so wie so geplant, mit ihr dorthin zu gehen. Punkt 2: Der Tierarzt kam eine Stunde zu spät! Weil er die Wiese nicht gefunden hat. Letztendlich hat er meinen Luke geimft und ist dann direkt zu seinem nächsten Patienten gefahren. In der Stunde, die ich schon an der Wiese war, habe ich Luke frisches Gras fressen lassen und ihn ausgiebig geputzt. Punkt 3: Robin ... Eventuell vielleicht mag er mich wirklich mehr. Nach dem heutigen Tag denke ich aber eher, dass ich ihn aufbauen sollte. Wie man das so falsch verstehen kann? Unser Eisessen war wirklich etwas komisch. Allerdings hat Robin Liebeskummer. Eine Freundin von mir, Coco, ist etwas eigenartig. Sie ist extrem schlau und ich habe das Gefühl, dass sie wahnsinnig wird. Jeden Tag ein bisschen mehr. Manchmal starrt sie in die Luft und ist nicht mehr ansprechbar, ein anderes Mal fängt sie plötzlich an, dir irgendwelche Fakten zu erzählen. So viel Intelligenz fordert ihren Tribut. Jedenfalls ist sie auch in meiner Stufe, 18 Jahre wie ich, und hatte auch noch keinen Freund. Coco hat absolut und überhaupt keine Ahnung, wie sie mit Jungs umgehen soll. Trotzdem hat sie sich in letzter Zeit immer wieder mit Robin getroffen und schließlich hat er ihr wohl auch seine Gefühle gestanden. Sie hat natürlich "nein" gesagt. Die beiden hätten gut zusammengepasst, aber ihre Antwort überrascht mich nicht. Sie ist und bleibt auf ihre Art und Weise einzigartig und es ist nicht immer einfach mit ihr. Außerdem studiert sie bald woanders und zieht weg. Eine Beziehung hätte da nicht viel Sinn gemacht. Die beiden hätten sich schneller wieder getrennt als sie zusammengekommen wären. Robin ist ein lieber und guter Kerl. Er wird die Richtige schon noch finden.
22.5.15 19:29


Der Tierarzt kommt

Ich bin wieder zuhause. Nach einer Woche Luxus bei Oma und Opa ist das natürlich wieder etwas ganz Anderes. Früher aufstehen, im Haushalt helfen, die Tiere versorgen. Die Hunde sind mit Papa an unserer Hütte. Seit ein paar Tagen stehen da auch unsere beiden Ponys wieder. Die Katzen ignorieren mich größtenteils, also habe ich nicht viel zu tun. Heute Morgen saß ich gemütlich auf der Couch, als der Tierarzt anrief. Luke, mein Pony, muss geimpft werden. Da ich so wie so nichts Besseres zu tun hatte, sagte ich zu, zur Wiese zu fahren und auf den Tierarzt zu warten. Allerdings ist der immer noch bei einem Einsatz. Jetzt warte ich auf einen zweiten Anruf, dass ich aufbrechen kann. Da ich nicht wusste, wann dieser Anruf kommt, habe ich in Windeseile gefrühstückt und mich pferdefertig gemacht. Und ich warte immer noch. Meine Eile war völlig umsonst. Aber wer weiß das schon? Ein zweites Problem ist die Frage, wie ich an die Wiese komme. Sie ist mindestens 30 Minuten zu Fuß vom Dorf entfernt. Eigentlich sollten wir drei Autos zu Verfügung haben, da Oma im Urlaub ist. Meine liebe Familie macht mir einen Strich durch die Rechnung. Kein Auto für mich. Der Audi ist in der Werkstatt, Mama ist mit Omas Mercedes zur Arbeit und Nona ist mit ihrem Lupo ebenfalls zur Arbeit. Papa hat den Trecker dabei. Entweder laufe ich und muss den Tierarzt warten lassen oder ich habe Glück und er nimmt mich mit zur Wiese. Ich hoffe, er hat noch einen Platz frei. Wenn nicht, darf ich zusehen, wie ich pünktlich erscheine.
21.5.15 12:32


Der nächste Verehrer?

Seit einigen Tagen mache ich "Ferien" bei meinen Großeltern. Es total schön hier und ich genieße jede Sekunde. Ich sehe sie nämlich nicht so oft, obwohl sie gar nicht weit weg wohnen. Zu meinem Glück oder Unglück wohnen die meisten meiner Freunde auch in diesem Dorf. Und so kam es, dass Robin mich und noch ein paar andere zum Grillen einlud. Robin ist mein einziger männlicher Freund. Ich weiß, wie doof das klingt, aber ich habe außer ihm nur Freundinnen. Für mich war das auch immer so in Ordnung. Freundschaft mit einem Jungen. Ich hätte nie gedacht, dass ich emotionaler Krüppel dazu fähig wäre. Aber es funktioniert. Bis vorgestern. Robin ist mir während des Grillens schon ziemlich nah gekommen. Ich hab das einfach ignoriert. Ich habe gedacht, dass ich da zu viel rein interpretiere. Doch seit zwei Tagen weiß ich sicher, dass er mehr als nur Freundschaft will. Er hat mich zum Eisessen eingeladen. Warum nicht? Freunde können Eisessen gehen. Und einer kann den anderen einladen. Alles kein Ding. Wenn er nicht immer irgendwelche Andeutungen gemacht hätte. Seien es versteckte Komplimente oder offensichtliche Fragen wie welche Jungs ich mag. Wir haben über Beziehnungssachen gesprochen und wie wir uns bzw. ich mir eine Beziehung vorstelle(n). Ich mag Robin, wirklich. Aber das war's. Für mich ist er EIN Freund, nicht DER Freund. Ich lache gerne mit ihm und wenn wir reden, bin ich nicht so verkrampft wie bei jedem anderen Jungen. Und trotzdem möchte ich nicht mehr als Freundschaft. Ich bin in keinem Gefühlschaos, denn ich bin mir über meine Gefühle im Klaren, dennoch muss ich ewig darüber nachdenken, was das für unsere Freundschaft bedeutet. Ich will ihn nicht belügen oder ihm falsche Hoffnungen machen. Zum Glück ist sein Handy kaputt, also habe ich erst mal eine Pause von ihm.
17.5.15 16:17


Ein amerikanisches Ehepaar

Das ganze Wochenende hat unser Dorf die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses gefeiert. Ich habe mich da kaum blicken lassen. Es reichte, dass Papa als freiwilliger Feuerwehrmann da war und meine Mama beim Kuchenverkauf geholfen hat. Am Samstag klingelte mein Handy. Papa war dran. Es wären zwei Amerikaner am Feuerwehrhaus, die ihre Verwanstschaft suchen. Ich dachte mir, dass mein Vater mich auf den Arm nimmt. Was wollen Amerikaner in unserem kleinen Dörfchen? Außerdem bin ich nicht die einzige, die englisch spricht. Auf dem Fest sollte doch irgendwer sein, der dolmetschen kann. Ich vermute, dass alle zu besoffen waren, um sich mit den Amerikanerin zu unterhalten. Also bin ich zum Feuerwehrhaus gegangen. Und tatsächlich wartete dort ein älteres Pärchen. Die beiden waren supernett und ich bin erstaunt, wie fließend ich mich mit ihnen unterhalten konnte. Ich hätte nicht gedacht, dass mein Englisch so gut ist. Während der nächsten Dreiviertelstunde zeigte ich den beiden unser Dorf und wo ihr Verwandten vermutlich mal gewohnt haben. Zum Schluss wollten sie noch den Friedhof sehen, wo ich mich verabschiedet habe. Das Paar hat hat jetzt ein Foto von mir und ich eine tolle Erinnerung. Wir haben über Gott und die Welt geredet und mir fehlten nur selten Vokabeln. So etwas werde ich in nächster Zeit nicht noch mal erleben. Ich bin stolz, wie souverän ich die Situation gemeistert habe. Nicht nur, dass ich keine Ahnung hatte, wo ihre Verwandten lebten - mein Vater hat mir nachher ausgeholfen - nein, ich bin auch schrecklich schüchtern. Obwohl die beiden mir völlig fremd waren, fühlte ich mich wohl als Touristenführer.
11.5.15 15:12


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